Kuba Reise  von 15. 05. bis 30. 05. 00

 

Allgemein

Ich habe mich bei den Leuten, die in Kuba waren, erkundigt, dann zwei Bücher über Cuba gekauft (Polyglot und Baedeker) und auch ein bisschen im Internet gelesen. Forum kannte ich noch nicht.

Flug mit Condor  730 DM plus 110 DM für den Zug. Zum ersten mal keine Angst beim Fliegen. Flugzeug ca 2/3 voll. Die Passkontrolle in Havana dauerte etwas länger. Das Gepäck wurde von den Zollbeamten nicht kontrolliert. Taxi von Flughafen bis Centro Habana 18$. Ich weiss, es ist möglich auch für 15$ zu fahren, aber ich werde doch nicht kleinlich und so, auch auf diese Weise waren es für 2 Wochen 1200$ notwendig. Für etwa 300DM Kosmetika und Süssigkeiten und ähnliches mitgebracht und noch  gebrauchte Sachen: ca 5 kg T-Shirts und Regenmänteln, English Wörterbücher , Armbanduhr.

Ich plane im November oder Dezember 2000 für etwa 2 Monate wieder nach Kuba zu reisen. Ich bin noch so euphorisch –trotz einigen negativen Erfahrungen und Bedenken - dass ich jetzt spanisch lerne.

Nach all den Informationen war meine Vorstellung ein Land zu sehen, wo es noch Kommunismus gibt und wo die Leute so leben wie ich vor 40 oder50 Jahren. (Tatsächlich sind es eher 50 Jahre). So dachte ich zuerst: Museen zu besuchen, mit den Intellektuellen zu sprechen und erfahren, was die Leute fühlen  und denken  und was sie in der Zukunft erwarten, was kommt nach Castro und was man heute ändern müsste. Sei es, dass sie nicht Englisch sprachen oder die Angst hatten mit einem Ausländer offen zu reden. Als ich bei einem Direktor eines Museums in seinem Haus war, ist bald danach sein Nachbar gekommen, der kein Wort mit mir sprach, aber besser Englisch konnte als der  Direktor !? Der Professor für Kunstgeschichte , den ich mit Albrecht Dürer Buch im Park getroffen habe, konnte nur ein bisschen deutsch.

So konnte ich mich nur mit  den Mädchen unterhalten. Kultur und Politik war fast vergessen. Einige jüngere konnten ein bisschen Englisch etwas mehr erfahrene Italienisch. Da habe ich schon gerätselt wieviel Unterrichtsstunden sie bei den italienischen Männern hatten. Aber nachher habe ich selbst festgestellt; mit einem Mädchen kann Mann auch sehr schnell spanisch lernen und es macht unvergleichlich mehr Spaß als über den Dürer zu simpeln.

 

Das Positive

Kinder: Diese fröhliche Gesichter zu schauen  und dabei zu wissen: mancher von diesen Kindern ist hungrig, weil es zu Hause nicht genug zu essen gibt, und dann das Lachen wenn sie die Süssigkeiten bekommen haben. Dann die tratschende Schülerinnen.

Die Musik, die unter die Haut geht und wenn man dann noch ein Mädchen oder ein Paar tanzen sieht, dann möchte Mann schon seinen Kopf an die Brust des Mädchens anlehnen, sie umarmen und träumen in Kuba zu bleiben.

Oder  auf dem Trödelmarkt: Ich möchte eine Schönheit fotografieren und sofort sind noch zwei andere da,  eine  schöner und sympathischer wie die andere, da muss man doch spanisch können.

Die Wärme: Die kleinen Wehwehchen im Schulter und Rücken sind  verschwunden

Sehr schmackhaftes Obst und Fleisch.

Und in 30 Jahren die 100-fache Steigerung bei der Ausbildung.

Und ein Gesundheitssystem auf hohen Niveau.

Und das Land ist so arm. Ausser Zucker, den schon alle zu viel haben, gibt es nur Tourismus und auch hier befürchte ich, dass man nicht alles und so macht, wie es notwendig wäre. Aber darüber am Ende des Berichtes mehr.

An der Playa „beraubt“

Beim Vermieter habe ich mir das Fahrrad geliehen – 1$/Tag. An einem Tag wollte ich zu Playa del Este, ca 25 Km entfernt fahren. Im Park sehe ich auch ein Mountainbike, es war von einem Mädchen, sie würde mit mir fahren aber es ist zu weit weg - sie sagte, sie ist 18 und konnte Englisch. Ok  Dann, als ich bei meinem Fahrrad war, kommt sie zu mir und sagte, sie möchte doch mit mir fahren; sie muss nur noch ihrem Freund Bescheid sagen. Dann sind wir um die Havana - Bucht  nach Playa gefahren.(Sie kannte den Weg nicht). Nahe der Playa sagt sie, sie muss zu Mutter gehen. Die Mutter war nicht zu Hause und dann war die Rede vom Telefonieren. Als ich bei der Aufbewahrung ihr Fahrrad mit meinem Seilschlos abgesperrt habe und 20 m von der Palme wo wir waren, haben sich 2 Polizisten unterhalten, so war ich sicher, dass sie mich nicht berauben wird. Ich habe mich immer sicher gefühlt, wenn ich die Polizisten sah. (Milchmädchenrechnung!). Dann bin ich ins Wasser gegangen. Nach etwa 30 m sehe ich, dass im Wasser Plastik Streifen sind und so bin ich umgekehrt. Als ich aus dem Wasser war (höchstens nach 3 bis 4 Minuten) ist das Mädchen mit meinen und ihren Sachen verschwunden. Zuerst denke ich: ja braves Mädchen, sie ist telefonieren gegangen und hat alle Sachen mitgenommen. Aber da war kein Telefon und keiner hat das Mädchen gesehen. Es war mir klar, sie ist mit meinen Sachen verschwunden. Und ich barfuss, nur in der Badehose 25 km von zu Hause und die Sonne steht im Zenith. Da laufe ich zu den Polizisten, die sich aber nicht sehr interessiert hatten was geschah. Und dann laufe ich von Gruppe zu Gruppe - da waren nur junge Kubaner - in der Badehose, mit dicken Bauch und Glatze: „Did  you see a girl with two bags“. (Sie hatte eine Tasche und ich den Rucksack). Ich glaube in deren Gesichter gelesen zu haben: Es geschah dem alten Mann recht, dass ihn ein Mädchen ausgeraubt hat. Ich war etwas erleichtert, als ich dann sah, dass die Fahrräder noch da sind. Inzwischen habe ich registriert, dass da, wo ich mit dem Mädchen war, einige Jungs standen. Dann sind noch andere Polizisten gekommen und der Wächter von Fahrrädern hat das Mädchen beschrieben. Ein Polizist hat versucht mich zu beruhigen. Mit seiner Hand auf meiner Schulter: „Don’t worry“ Dann ziehe ich an seiner Hose und sage zu ihm:“ You don’t worry, you have your pants and shoes, but I: no pants, no shoes, but a big stomach“. Da hat er gelächelt, als er sah, dass ich das alles komisch betrachte. Und da kommt das Mädchen mit den Sachen. In der Hose hatte ich 70 $ und im Rucksack ein billiges Fotoapparat und keine wichtigen Dokumente. Das Fahrrad war mehr wert. Und in die Richtung, wo sie gegangen ist, war militärischer Sperrgebiet, so konnte sie dort nicht weiter gehen.. Aus den Gesprächen mit den Leuten, die die ganze Welt können, habe ich erfahren, dass es ohne weiteres möglich ist, dass ich beraubt werde, wenn ich alleine reise. Dass ich aber nur in der Badehose bleibe, dass war jenseits der Vorstellung. Ich war so froh wieder meine Hose und Schuhe zu haben, dass ich sie umarmt und vor dem Polizisten verteidigt habe; so, ganz sicher, dass sie mich berauben wollte, war ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Dann sind wir in Restaurant zu Mittagessen gegangen. Sie hat noch 2 Bier mitgenommen aber nicht für uns beide, sondern für die Bestechung der Pförtner, weil sie wollte ihren Ausweis nicht zeigen. Dann fuhren wir nach Havana. Bei einer Kreuzung sind wir auf eine andere Strasse gegangen, sie sagte: wir fahren eine andere Strasse nach Havana. Aber die Sonne sagte mir, dass wir so von Havana wegfahren. Ich hatte auch eine Karte von der Umgebung Havana und tatsächlich war da noch eine andere Strasse. Nach einigen km sagte sie: noch ein bisschen und sie ist hier zu Hause. Dann war mir endlich klar, dass sie mit ihren Freund in Havana alles organisiert hat, um mich zu  berauben. Nur beraubt zu werden ist es nicht so schlimm aber die hätten mich auch verhauen, weil sie das erste mal nicht erfolgreich waren. So habe ich mich umgedreht und nach Havana alleine gefahren.

Wenn man die Leute kennenlernen möchte, dann ist es schon notwendig denen zu vertrauen und immer denken, wann ist es genug zu vertrauen. Sicher, wenn man so neugierig ist, was der Einheimische will, wie ich , dann kann es schon manchmal gefährlich sein.

 

Im Park

Das Gespräch mit dem Kunstgeschichte Professor ist schon langweilig, weil er nur ein bisschen deutsch kann. So gehe ich zu meinem Fahrrad. Da fragt mich einer: „Where are you from?“ Das höre ich so oft und bin nicht geneigt zu antworten , so zeige ich mit Gesten auf mein Fahrrad, und wie es mit dem langen Seilschloss an den Gitter angebunden ist. Und dann zu ihm: „From? , From?, From?“

Dann ein anderer, ein alter Mann zu mir in deutsch: „Sie sind ein Deutscher!“ Er ist nicht ein Deutscher aber ein Franzose, der während des Krieges im KZ war und dort deutsch gelernt hat. Er lebt in Kuba. Und empfiehlt mir, wenn ich die Rente habe, nach Kuba zu kommen. Siehst du, sagt er. da habe ich eine junge Freundin und umarmt sie. Es ist alles so komisch und als er mir sagt, dass er 78 ist, dass er Viagra nimmt und dann mit der Hand und fester Faust zeigt, dass er ihn noch hoch kriegt, da muss ich mich vom Lachen auf den Boden setzen. Dann frage ich ihn, ob er ein Mädchen kennt, weil meine erste wollte nicht mehr. (Ich glaube, sie wollte Liebe und ich habe Sex gemacht, später mehr) und so bin ich allein.  „Jaaaaaaaaaaaaaa   was für eine: Weisse, Mulatin, Schwarze, jung, alt, dünn,  dick…..Ich habe ihn nur geschaut und bewundert, wie sind ihm die Adjektive von der Zunge geflogen. Er hat mir noch seine Tel. Nr. gegeben aber ich habe kein Gebrauch davon gemacht. Dann ist er mit einer grossen Gruppe von Radfahrern weggefahren.

Statt mit dieser Gruppe erwachsener Leute mitzufahren und offensichtlich in sportlicher und intellektueller Hinsicht mit den richtigen Leuten für mich, waren meine Gedanken und Blicke schon bei einem Mädchen.

 „Tengo pipi“ Mädchen

 Da wo ich früher war, sehe ich ein Kind. Das Körper und Gesicht: ein16 jähriges Mädchen. Oh, aber mit grossen Busen. (Ich bin nicht so weit gekommen um festzustellen ob sie echt waren oder nicht). Dann setze ich mich wieder zum Professor aber mit den Blicken immer mehr und mehr zu dem Mädchen. Sie konnte ganz gut italienisch; oh, dann hat sie schon Erfahrung mit Italienern. Sie sagt sie ist 22. Ich habe ihr dann auch geglaubt, weil die Mimik und Verstand von einem Erwachsenem waren und ich habe mich auch verlassen, dass sie schon weiss, was sie – wegen der Polizei - tun darf. Dann redeten wir von 13 bis 18 Uhr. Ich mit Wörterbuch in der Hand, wo ich die spanischen Vokabeln gesucht habe und sie nach Gramatik gefragt. Und inzwischen haben wir uns verabredet, dass sie mit mir am nächsten Tag zu der Playa für eine Woche geht und dort werde ich sie schwimmen lernen – mit so grossen Busen dürfte das kein Problem sein und sie mich spanisch.

Dann sagte sie, sie will zu mir in „mia  casa“ und morgen fahren wir mit Taxi zu ihr, dass sie Sachen mitnimmt und dann zu Playa. Oh, nein, es geht doch nicht, wenn es noch so hell ist. Ich kann doch nicht mit diesem Kind durch Habana Vieja und Habana Centro am hellichten Tage laufen. So gehen wir zuerst essen. Dann will ich sie zu der Floridita auf ein Daiquiri einladen, sie sagt nein, dann, daneben ist der andere Park , da will sie auch nicht sitzen; es ist halb 8.

Und dann mit hoher Stimme: „Tengo pipi!“ Da will ich ihr 1$ geben und zeige wo ein Restaurant ist. Sie aber: „No, a tua casa pipi!“ Ich weiss es nicht, soll ich ihr glauben oder nicht, aber ich bin so neugierig was sie „in mia casa“ will, und da war noch etwas anderes mit mir nicht in Ordnung. (Siehe Katastrophe) Es half nichts, ihr zu erklären, dass bis mia casa noch fast 3 km sind. Nein, sie will pipi in mia casa. Ja, so ist der einfachste Weg entlang Malecon (lange breite Strandstrasse). Ich weiss um halb acht sind da schon viele Leute, aber ich werde ganz einfach nicht die Gesichter schauen. So, ich setze sie auf das Fahrrad und laufe hinter ihr. Wenn sie sieht, dass ich nicht gleich hinter ihr bin: “Tengo pipi!“ Uff, nach der Stimme wird sie gleich in das Höschen machen.

Ich glaube das war filmreife Szene: Die vielen Leute sitzen an der Mauer, sie sehen ein Mädchen mit großen Busen auf dem Fahrrad und hinter ihr läuft ein älterer Herr mit  Rucksack und sie ist so ungeduldig, weil er nicht so schnell laufen kann.

Endlich sind wir in mia casa. Ich sage ihr, wenn wir im Gang sind, sie soll gleich rechts die Treppe hoch gehen. Weil da vorne ist Wohnzimmer und so können die Leute, nicht so richtig sehen wer rein kommt.  Ja, Ja sagte sie. Ein erster kleiner Schock: da sitzen zwei Mädchen aus Frankreich; an dem vorherigen Abend haben wir uns so ernst unterhalten über Politik und Gesellschaft in D und in F und in Kuba und was kommt nach Castro,  alles so hoch ernst; und jetzt sehen sie mich mit einem Kind rein zu kommen. Aber dann dieser kleiner Fratz, mit 10cm dicken Sohlen und Busen Nr.4, ich mache mich breit, aber sie schiebt sich an mir vorbei, geht ins Wohnzimmer und „Buenas dias“ links und „Buenas dias“ rechts.

Ich drehe mich um und gehe die Treppe hoch, dann zeige ich  ihr pipi Raum. Nachdem sie in mein Zimmer kommt sagt sie:  Es wäre doch besser, dass sie heute die Sachen von zu Hause holt aber sie braucht Geld für das Taxi. Ich wollte ihr sowieso 10 $ für das Gespräch und spanisch lernen geben. So habe ich ihr 8$ gegeben und sie sagte, sie kommt bestimmt zurück. Freilich ist sie nicht gekommen.

 Katastrophe

 Wenn der Vermieter Leitungs Wasser trinkt, so kann ich es auch. Ich war zu faul mir das Wasser zu kaufen. So ist gekommen, was kommen musste: Durchfall und kein Appetit und die Folge war: ich spürte, mein bester Freund will nicht mehr. Aber zuerst wusste ich die Ursache nicht und war schockiert, ob vielleicht das schon die Altersschwäche ist. Und es hat einige Tage gedauert, bis ich die Ursache gefunden habe. Am Ende, als wir selbst  gekocht haben, war ich wieder   fast  OK. 


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Link: www.kubaforum.info


 

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