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Reisebericht von El Carino
Mit dem ende ihres
Cubaurlaubs beginnt für die meisten touris das dilemma erst
so richtig. sie stehen verliebt und traurig am flughafen,
die gedanken noch bei einer hübschen cubana die man im
urlaub kennen und "lieben" lernte.
bei mir war es diesmal genau umgekehrt.
die tür schloß sich, der ICE ruckte an. draußen stand meine
mulatica auf dem bahnsteig. ich sah durch`s fenster in ihre
traurigen braunen augen. die süße brachte mich sogar noch
zum bahnhof, obwohl sie alles andere als begeistert war das
ich ohne sie drei wochen in Cuba urlaub machte. der zug
wurde immer schneller und bald konnte ich ihren lockenkopf
nicht mehr sehn. mir tat das herz weh, ich vermißte sie
jetzt schon, ich verfluchte mich und diesen gottlosen moment
als ich das ticket für meinen urlaub buchte. schon jetzt
beschlich mich eine ganz böse vorahnung.
pünktlich in Frankfurt. dort traf ich auf meinen compañero
mit dem ich diesmal nach Cuba fuhr.
alles folgende werde ich so formulieren wie nur ich es aus
meiner ganz persönlichen sicht sah und erlebte. was der "Hombre"
(HDN) so machte, seine ansichten, erfahrungen und
schlußfolgerungen müßt ihr ihm schon selber aus der nase
ziehen.
die LTU hatte keine verspätung. wie orderten vorher per
internet eine platzreservierung. fenster war wichtig, ich
will rausgucken! reihe 15, aber da war kein fenster!
unglaublich. soll ich etwa 11 stunden auf eine dämliche
flugzeugwand glotzen?! solche plätze gehören verboten.
glücklicherweise konnten wir die plätze mit den leuten genau
vor uns tauschen. die hatten richtig schotter für einen
guten platz bezahlt. aber den, den sie hatten der gefiel
ihnen nich. uns schon, denn da gabs ein fenster zum
rausgucken.
nach ca. 10 stunden landete die konserve in Varadero.
im vergleich zum zoll in Habana ohne probleme an der aduana
VAR vorbei. irgendwann kam das gepäck unbeschädigt übers
band geschlürft. noch schnell chavitos getauscht. kurs ganz
gut. mit den taxistos konnten wir einen super preis
aushandeln so das ich gegen 23.00uhr im dorf ankam. nach
knapp einem jahr wieder in "meiner" casa war die freude auf
beiden seiten groß. irgendwann gegen 2 uhr lag ich im bett.
ein letzter kuß per sms an meine geliebte crespita daheim,
dann bellten mich die verlausten hunde in den schlaf.
morgens erstmal zum strand. ich konnte nicht schnell genug
über den loma radeln. schwitzend aber glücklich stapfte ich
über die düne. da war er wieder, mein geliebter strand!!
kristallklares wasser, dieser wolkenlose tiefblaue himmel,
die palmen, der weiße heiße sand. ich hatte einen kloß im
hals. glücksgefühle. einfach geil!!
wie es sich für den ersten tag gehört (eigentlich ist jeder
tag der erste) wurde zusammen mit den bademeistern Rum vor
der verdunstung bewahrt. abends besuchte ich den Hombre in
Habana. er wohnte im 3. stock direkt am malecon. wohl eines
der ganz wenigen häuser die dort prima renoviert wurden. die
buden links und rechts daneben standen kurz vor dem
zusammenbruch. wir saßen genüßlich auf seinem balcon und
beobachteten das bunte treiben da unten. eine schöne
aussicht von el morro bis links zur amerikanischen botschaft.
wärend des abendessens wurde es dunkel. die lichter gingen
an. so konnte man nicht mehr genau die kaputten häuser
erkennen. dreck und schutt der überall rumlag. es fuhren
immer weniger autos sodaß es ruhiger wurde. im dunkeln
verwandelte sich der malecon tatsächlich in eine romantische
küstenpromenade. ein großes passagierschiff verließ den
hafen, in voller beleutung. vorbei an el morro hinaus aufs
offene meer. ob dieser abend meiner crespita auch so gut
gefallen hätte?
die nächsten 3 tage verliefen ähnlich ohne nennenswerten
ereignisse.
ein abendlicher ausflug nach Habana. ein im rentenalter,
sehr netter permanent residierender Leipziger der im dorf
sein haus mit seiner esposa cubana teilt war auch mit von
der partie. sie fuhr den Lada den er offiziell in Cuba
besitzen darf. wir klapperten alle möglichen ranchons ab,
tranken bier und Rum und fast überall versuchte man uns zu
bescheißen. z.Bsp. kaffee 2 cuc! als die esposa vom
Residenten energisch mit der polizei drohte brachte uns der
schmierige cantinero sogar das ergaunerte geld für den
kaffee mit einer saublöden ausrede zurück.
na also, geht doch! das nachtleben von Habana ist tot. viel
gesindel treibt sich in den gassen rum. ständig wird man
angebettelt. nur in Habana wohnen? für mich keine reise
wert.
diese begann aber am 21.4. Wir auto gemietet. Hyundai Atos.
ne kleine knubbelige keksdose aber ok. km stand ca. 12500,
klimaanlage, leider kein CD player sonst keine mängel.
wie geplant morgens abfahrt richtung oriente. gemütlich
rollerten wir durch Matanzas. an der tankstelle dort
stellten wir fest das ich meinen paß nich mithatte. cojone.
pinga! wie blöd bin ich eigentlich?! also zurück zum dorf.
der ganze weg umsonst! ein wirklich peinlicher tag, am
besten sofort abhaken.
morgens früh raus. abfahrt. alles dabei? nix vergessen! als
meine kamera plötzlich den geist aufgab. das darf doch nich
war sein, im urlaub keine fotos machen! meine laune war
dahin. wir rollerten durch Cardenas, Colon bis Santa Clara.
dort war grade Fidelito aus`m forum zugegen. die familie
seiner frau wohnt dort. er hatte auch urlaub. wir wurden zum
biertrinken und zum bleiben verpflichtet. ich genoß derweil
einen ausflug durch die stadt. ich saß im beiwagen einer
Jawa 350 denn ich wollte ein fläschchen 7años besorgen.
keine fiesta ohne Rum. der choffeur, ein mitglied von
Fidelitos familie war ein lustiger geselle. während der
fahrt warnte er mich vor lügenden, hinterhältigen cubanas.
die mit list den touri verliebt machen um ihn später
abzuzocken und gleich ihren chulo mit ernährten. ach so?!
wußte ich garnich. ich dachte immer das sind alles sooo
liebe mädels diese cubanas... derartige offenheit is mir
selten nach so kurzer zeit begegnet.
Fidelito war es der ganz nebenbei mit erwähnte das
vermietbüros dem automieter die anstehenden durchsichten
vertraglich mit aufs auge drücken. diese sind zwar
kostenfrei bedeuten aber eine gehörige zeiteinbuße und
sinnlose sucherei einer zuständigen werkstatt.
nichteinhaltung wird per vertrag mit dem zahlen einer multa
geahndet. ich nahm ihm das zuerst nich ab. so ein quatsch
dacht` ich, was geht mich denn die inspektion des autos an??
der abend endete lustig mit bier und rum, der morgen begann
mit kopfschmerz.
an dieser stelle nochmal vielen dank an Fidelito plus
familia für die gastfreundschaft!
Las Tunas. eigentlich bin ich kein freund von
stadtbesichtigungen, dennoch gefiel es mir hier ganz gut.
ruhiges hübsches zentrum. wenig goldbezahnte chulos und
bettler. sympatie vielleicht auch deshalb, weil meine
amorcita hier geboren wurde.
durch zufall ne sehr gute ruhig gelegene casa gefunden. 20
CUC pro zimmer
von flippigem nachtleben kann man auch in Las Tunas nicht
gerade reden. ich kaufte ne flasche Rum beobachtete was auf
dem marktplatz so sache war. zwei lästige junge weiber,
höchstens 17 jahre alt versuchten sich bei uns als
jung-jinetera. ich bin ein alter sack, die könnten locker
meine töchter sein!!
ich machte denen also sehr bald klar das ich einfach nur in
ruhe mein "Rümchen" trinken will.
ne disco gabs auch in Las Tunas. 5 CUC incl "verzehr" = 3
Bucanero. FDGB-heim atmosphäre. kindergarten. wenigstens gab
es Rum und das bier war kalt. -und Reggeaton: "pichea mami,
pichea"
was mir diesmal in Cuba auffiel, daß aus so ziehmlich jeder
auch noch so alten verrosteten amikarre recht gute
musikqualität kam. oft konnte man vom herrlichen gluckern
der großhubigen motoren nix hören, weil der bass so laut bum
bum machte. "ca-pe-ru-citaaa, ...oyeee lobo eres mala hojaaa,
soy señoritaaaa, ...aahuuuuu"
obwohl mein handy schon seit tagen kein lebenszeichen meiner
mulatica mehr anzeigte brachte ich doch wie versprochen
liebe grüße, post, fotos, klamotten und ein paar chavitos zu
ihrer familia. ich traf sie nun personalmente, ich kannte
sie nur von fotos und videos. es war ein komisches gefühl
dort zu sein wo meine amor aufgewachsen war. da wurde mir
unmißverständlich klar das ich diese süße gelockte brujita
unendlich vermißte.
ich machte mir jetzt echt sorgen. warum schrieb sie mir
nicht mehr?? war irgendwas daheim mit ihr passiert? war sie
sauer? wir trennten uns doch ohne streit. ...ANDERER KERL??
herzschmerz!
Holguin,
riß mich noch nie vom hocker. auch nur ne cubanische stadt
wie die meisten anderen. ich bin eben ein strandfutzi.
vorher bei KDL noch forumstreffen abgehalten. er wohnt
gegenüber der Bucanero fabrik. sehr verlockend!
er führte uns später mit dem roller voran an die einzige
casa die frei war. wir ankerten dort für 2 nächte. so mußte
ich mir mit dem schnarchenden "HDN" ein zimmer teilen.
auch in Holguin is das nachtleben von bettlern und chulos
geprägt die scheinbar von der policia unbehelligt ihren
jineterismus nachgingen. irgend eine fiesta im zentrum
lockte alle aus ihren häusern. aufgemotzte amischlitten
gluckerten vorbei, bum bum bum "pichea mami, pichea..."
aufgeputzte weiber stolzierten in stöckelschuhen umher, eine
mini-rock-calienticas-parade ohnes gleichen bot sich. es war
nicht leicht die augen auf der schmierigen pizza zu lassen
die ich mir im freisitz reinstopfte. "ca-pe-ruci-taaa,
aahuuuu"
bis zum strand von Guadalavaca sind es von Holguin ca. 60km.
ne kleine einkaufspassage mit touristenkram, zwischen hotels
hindurch zum weißen strand. nicht so groß und breit wie
"mein" strand playa del este aber ziemlich viel vegetation.
ne kleine zarte bucht. palmen und schatten gabs, und
reichlich sonne für mich! mehrere ranchons versorgten die
bürger mit getränken. aus einem anderen dröhnte laut
reggeaton. natürlich auch wieder "picheaaa mami, picheaaa".
abends zurück in Holguin uns ein "steak" mit papa frita
runtergewürgt. eigentlich wollten wir in ein besseres
restaurant, fanden aber nur diese lustlos bediente eckkneipe.
wir saßen draußen und hatten guten blick auf die strasse.
auffallend viele schwule die völlig ungeniert an ecken und
plätzen rumlungerten und ihre in enge hosen gepressten
ärsche präsentierten. Italiener führten ihre jineteras aus.
sie taten sich wichtickkk und machten fotos von ihren
zimthäutigen "eroberungen". zwei stockwerke über uns fing
später eine disco mit karaoke an. wie ich diesen mist hasse!
cubanische möchtegern romantiker, die vielleicht grade ihre
frau betrogen hatten, oder vorher noch ihrer novia eins auf
die glocke hauten, sangen hier auf der bühne plötzlich
schluchzend von ewiger liebe, treue und zärtlichkeit den
text nach, der über einem monitor vor ihnen her flimmerte.
so sind sie halt "muchas espuma, poco chocolata" all das in
einer lautstärke die selbst meine gewohnt maltratierten
ohren zum bluten animierte. ich hing an der bar und fand im
publikum all die ortsansässigen kleinkriminellen wieder die
vorher über den prado von Holguin stolzierten. am gleichen
tisch mit den Italienern die großzügig die getränke
übernahmen wärend die goldzähne siegessicher aus der
kauleiste eines chulos blitzten. dieser negrid pigmentierte
señor, komplett in weiß gekleidet, konnte sicher nicht mal
seinen eigenen namen fehlerlos schreiben, im tiefen wasser
hätten ihn seine goldenen ringe und ketten in sekunden nach
unten gezogen. er machte einen auf Rapper "50cent" und, er
hatte die hübschesten mädels am tisch.
der barmann, er lernte schnell, füllte anstandslos meinen
becher mit 7años auf und endlich endlich endlich!!! löste
Reggeaton dieses fürchterliche karaoke ab. hombre war schon
lange vorher ins casa abgehaun. er lies mich in dieser
räucherhöhle alleine zurück. aber damit konnte ich gut
leben. in aller ruhe studierte ich die putas bei der jagt.
dieser kelch ging an mir natürlich auch nicht vorüber. ne
dunkle mulata stand vor mir und sprach von liebe. der rum
lähmte meine zunge, aber ich kaufte ihr ein Cristal. mir war
alles egal, denn meine mulatica zu hause in deutschland
hatte mich vergessen. ich war nun sicher das sie längst
einen neuen kerl hatte der mir die hörner aufsetzte! die
mulata in dieser räuberhöle war ne hübsche mit einer
riesigen pupskiste. später wollte sie mich mitnehmen aber
ich schickte sie besser alleine weiter. ich war hart wie ein
koffergriff, mein geld war alle und ich hätte sie
warscheinlich umgebracht... ;-)
meine casa lag drei strassen rechts vom letzten plaza. oder
doch nur zwei?? ich latschte immer wieder durch diese
furchtbaren quadratischen strassenzüge. mal bog ich rechts
ab, dann doch wieder links. alles sah gleich aus. ich irrte
mindestens eine stunde durch die dunklen leeren strassen.
Holguin, ich hasse dich! ich fand meine bude nich mehr! ein
einsames bicitaxi kam vorbei. danke gott ich muß nicht auf
der strasse übernachten!! mein von alkohol geflutetes gehirn
konnte grade noch die hand steuern die dem bici mann meine
visitenkarte der casa entgegenstreckte. er brachte mich in
30 sekunden heim. ich bin sicher 100mal schon vorher daran
vorbeigelatscht. unglaublich!
schrecklich früh, scheinbar mitten in der nacht mahnte mich
der nordmann zum aufbruch richtung Cueto, Mayari, Moa.
er fuhr das auto, denn ich konnte es noch nicht.
wir hatten uns nun doch entschieden die inspektion machen zu
lassen und suchten die entsprechende werkstatt nahe
Holguin/aeropuerto auf. dort angekommen trat uns ein
saubermann aus seinem klimatisierten büro entgegen. wichtig
stand er vor uns und meinte "obligatorisch 2 stunden" ich
mußte zuerst grinsen weil ich dachte er verarscht uns. ich
wollte ihn sogleich fragen ob er an diesem morgen vielleicht
blut im stuhl hatte. doch HDN gab ihm etwas freundlicher zu
verstehen das ölwechseln doch keine 30 minuten dauert. noch
nicht mal in Cuba! egal, meinte diese gekühlte, hohle
frucht. "dos horas obligado" jetzt hatte ich schon die
cubanisache väkalsprache auf abschuß bereit! mein kopf tat
weh. mein kreislauf kämpfte noch mit dem restalkohol und
dieser dressman wollte uns tatsächlich zwei stunden urlaub
stehlen?! ich miete diese hutschachtel für viel geld, was
geht mich dann die inspektion an! sowas müßte man mal in
deutschland versuchen. ich stand ganz kurz vor dem ausbruch
als HDN gottlob zur weiterfahrt die autotür öffnete.
gnädigerweise durften wir die fällige 15000er inspektion um
300km überschreiten.
endlich wieder im campo. bis Mayari wurde die landschaft
immer schöner. palmen, berge und meine geliebte sonne stand
oben im blauen, fast wolkenlosem himmel. das leben war
schön.
Moa ist ein ganz schreckliches kaff. ich war vor 2 jahren
schon mal hier und hatte es genau so noch in errinnerung.
rote erde überall, am stadtrand eine nickelfabrik mit
riesigen abraumhalden und 2 schornsteinen die dreckswolken
in die umwelt pusteten das mir der atem stockte. davor viele
bunte schilder zum anstehenden 1.mai. "ya estamos libre en
Cuba" "abajo capitalismo viva la Cuba..." für sowas wurde
farbe verschwendet, während wichtige strassenschilder,
wegweiser, ortsnamen vergammelten. verrostet unleserlich am
wegesrand ihr dasein fristen!! wir wollten davon fotos
machen, konnten im letzten moment aber eine kleine bude
erkennen in der ein uniformierter staatsdiener mit fernglas
saß und uns aufs korn nahm. schnell die knipse wegstecken!
nicht das der uns noch die kamera wegnimmt. alle bilder
wären für die katz!
von Moa dann tauchten wir ab zwischen riesigen schlaglöchern
aber die umgebung war der hit! es wurde immer tropischer.
alle schwärmten von Baracoa und ich wollte es nie glauben.
es ging immer an der costa entlang. manchmal im schrittempo
mußten wir die löcher umfahren. aber die landschaft! es war
wirklich so wie alle sagen. wir querten flüsse und täler.
leute die dort wohnten grüßten uns wärend sie mit ihrem
pferd an uns vorbei ritten. immer wieder hielten wir an,
stiegen aus. ich konnte es nicht fassen. es war sowas von
geil!! ich dachte an filme vom colombianischen urwald. Vögel
kreischten uns aus den bananenstauden an. es schallte
eigenartig im palmengewirr. wir sprachen ganz leise, ich
dachte echt ich träume. eine kleine bucht mit dunklem sand,
am strassenrand verkaufte ne Frau uns "Cocorucho" oder so
ähnlich. eine kleine aus palmenwedeln kunstvoll geformte
zuckertüte enthielt geraspeltes kokosmark. zusammengemengt
mit orangen und honig, weiß der geier was noch. wir aßen den
köstlichen brei mit den fingern. löffel hatten wir nich. wie
ein kind an weihnachten freute ich mich, und heimlich
wünschte ich mir meine süße crespita herbei, dann wäre
dieser moment perfekt gewesen. ein traum im tropenparadies.
als wir in Baracoa ankamen war es schon lange dunkel. kaum
den ortseingang passiert kamen typen herbei die uns diverse
casas aufschwatzen wollten. die waren so lästig das wir beim
kurzen stop zum blick auf den stadtplan sogar die scheibe
hochdrehen mußten. trotzdem fanden wir schnell was. genau
vor der casa wollte uns wieder so ein schnorrer mit ner
dicken glitzeruhr gleich eine andere hütte aufdrängeln. ich
schob ihn genervt beiseite um nach dem richtigen herren
dieser legalen casa particular zu suchen. nun, das war er
schon. dieses jineterohafte männlein vermietete eine super
bude. jeder eigenes zimmer preis incl. frühstück. wir
entschuldigten uns später für unseren rüpelhaften auftritt.
er sah wirklich aus wie ein kleiner gauner. duschen. danach
erklärte er uns die hiesige infrastruktur. eigentlich war
der typ schwer ok! jetz tat es mir leid das ich ihn vorher
schräg anmachte.
ich bin manchmal aber auch ein arsch!
nach dem essen ein verdauungsspaziergang hoch zum
RRRRRanchon. dort wurden wir schon begrüßt, von?? genau!!
"pichea mami, picheaaa" der cantinero sprang uns am eingang
entgegen und wollte 2 chavitos de entrada. mein zahnfleisch
zog sich sofort zusammen, es roch schwer nach beschiss. der
wollte uns ohne fulas nicht reinlassen. es war das einzige
ranchon an diesem abend.
diese disse gefiel mir gut. großes strohdach, darunter
holzmobilar. es lief nur reggeaton. gott sei dank kein
salsa-bachata-merengue-schmalz wie in deutschen tanzsport
etablissements. wo man den besuchern mit diesem rythmus das
klischee vom Caribischen traum verkauft. das publikum hier
unwesentlich älter als die gelb/braunen röckchen träger.
el ron un dollar. so schmeckte er auch. Bier gabs nich.
angeblich! ich trank diese befremdlich schmeckende plörre
welche merkwürdigerweise aus einer HavanaClub flasche in
mein glas tröpfelte ...???
Baracoa ist das beste was ich in Cuba bisher sah. umringt
von bergen mit dicht bewachsener palmenpracht. auch der ort
war gemütlich. zwei dorfplätze um die kirche verteilt. auf
denen hockten wir abwechselnd wie zwei alte weiber und
beobachteten die leute. wir hatten vorher unsere keksdose
zur inspektion abgegeben. auch er sagte 2 stunden. aber
egal. wir wollten eh hier bleiben. leider auch hier viele
bettler. völlig ungeniert und lästig wie die fliegen klebten
sie uns an den hacken. einer ging mir besonders auf den
schwimmer. kann ich denn nichmal in ruhe mein bier
austrinken? cojone. pinga! da zog er endlich ab. der malecon
von Baracoa ist kaum belebt, dafür nicht so kaputt wie der
von La Habana aber teilweise mit häßlichen "neubauten"
verschändelt. diesem architekten sollte man den prozeß
machen! eine herrliche bucht mit dunklem strand, in der sich
die wellen verloren schützte das baseballstadion dahinter.
am anderen ende des malecon noch eine kleinere bucht. nicht
so schön wie die andere. dafür vergammelt hier ein riesiges
gestrandetes wrack eines frachters wohl schon seit jahren
vor sich hin. auf eine art wieder schön.
zwei stunden vorbei, wir wollten unseren Hörbie wieder
haben. doch der schwarze mann in seinem ledersessel zog die
brauen nach oben. ich bekam sofort puls da ich ahnte was er
sagen würde. "tut uns leid, aber es gibt leider kein öl,
inspeccion no posible" das reißt dem faß den boden raus!
diese idioten!! drücken uns ihre arbeit aufs auge, mit multa
bei nichteinhalten. wieder umsonst gewartet! ich hatte schon
wieder die zwangsjacke nötig, es war einfach nicht zu
fassen. ich wünschte die gesamte unfähige insel zum teufel
und ging mir ein neues Bucanero kaufen.
es war nun dadurch viel zu spät um noch an diesen "geheimen"
strand zu fahren, von dem doch alle sprachen. wir drückten
uns weiter im ort rum, guckten, staunten. auch hier sehr
auffällig wieviele junge leute bis 20 jahren unterwegs
waren. es muß eine zeit in Cuba gegeben haben wo alle wie
die wilden Geschlechtsverkehr "hatten". wie sonst ist diese
masse an jungen menschen zu erklären?
zum abend gabs fisch in der casa. oben auf der riesigen
dachterasse serviert. saßen wir bei lauer nacht unter klarem
sternenhimmel. ich mußte an meine brujita daheim denken.
oben, vom Ranchon her lockte uns schon der bass vom
reggeaton. dort standen wir wieder, tranken pesorum für
einen dollar. den man vorher in eine HavanaClub flasche
gefüllt hatte. schweinebande! ich merkte doch das dieses
gasolina kein anständiger ron ist. einige cubanas dort
hatten aber bucanero zum trinken. mir winkte der thekenmann
ab "no hay servezita" und diese mulata da, was trinkt die
wohl?" machte ich ihn an. in cubanischer gelassenheit
glotzte er unschuldig und ging wortlos weg um vom Italiener
2 dollar eintritt zu kassieren. die verkauften doch
tatsächlich Bucanero nur an ihre cubanos/as. dem yuma
verkaufen sie pesorum aus ner HabanaClub flasche. Bier
bekamen wir touris nicht. das heißt ich schon. ich gab der
mulata mit der dose Buc 3 dollar damit sie 2 neue Buc beim
cantinero kauft. den rest schenkte ich ihr. 1,50 für ein
echtes Bucanero war immer noch besser als 1 dollar für
dreckig gepanschten pesorum. außerdem hatte ich so jemanden
zum quatschen.
die folgende nacht konnte ich nicht schlafen. ich träumte
nur wirres zeug. ständig fiel ich irgendwo runter, von hohen
bäumen. brücken. kurz vor dem aufprall wachte ich auf, mein
handy piepste. ich fand aber nur eine sms vom kumpel der
mich um meinen aufenthalt in Cuba beneidete. ich hielt es
nicht mehr aus, ich verlor die nerven. mir schlug das herz
bis zum hals als ich die nummer meiner amorcita in mein
cellular drückte. (2min 8 sekunden = 9EUR!)es klingelte nur
kurz. sie ging tatsächlich ran. sehr guter empfang. in
meiner bude war ne bullenhitze aber aus meinem telefön
strömte eisige kälte. sie sprach mit mir als wenn ich die
seuche hätte. erkannte sie mich denn nicht?? ich hatte doch
extra kontrolliert das meine numero mit gesendet wird??
amorcita, que pasa, estas bien? porque no me respondes? te
estraño te a... naja, den rest kann man sich ja wohl denken!
sie war kalt wie ein fisch im tiefkühlfach. ihr war das
alles scheißegal. sie würgte mich ab.
ich verstand die welt nicht mehr! Baracoa ist ein
wunderschöner ort an dem man alles andere als traurig sein
sollte, doch sie riß mir fast das herz raus. die hat mich
grade abserviert, verstand ich das richtig? warum?? nur weil
ich ohne sie in Cuba war? als ich ging war alles ok! ich
versprach ihr keine andere anzufassen, warum sollte ich
auch? ich wollte nur sie und keine andere. für mich ist es
kein problem die rute mal ne zeit lang im futteral zu
lassen. aber sie glaubte mir anscheinend nicht. nach dem
motto: "was ich selber denk` und tu, das traue ich auch dem
anderen zu" oder auf cubanisch: "que los ojos no ven, el
corazon no duele" (oder so ähnlich)
in ihrer krankhaften eifersucht schickte sie mich zum
teufel. also doch, genau wie alle anderen cubanas rasend vor
wut, unlogisch handelnd. entledigte sie sich ihres schmerzes
auf diese weise. ich wette beim sperma meiner töchter das
sie zu diesem zeitpunkt schon einen anderen typen in der
cama hatte. das hilft alten schmerz vergessen und baut das
eigene selbstvertrauen wieder auf. keine cubana ist treu,
Ullli hat recht!
wie oft schon hab ich von der untreue anderer verheirateter
cubanas profitiert, mich über deren sorglose novios /
esposos lustig gemacht. nun ist der fuchs in die falle
getappt. wie konnte mir das nur passieren?! ich habe meinen
meister gefunden.
doch all dieses gedankengut half mir jetzt verdammt wenig.
es tat mir höllisch weh in der magengegend, es brannte
teuflisch und ich wußte, aspirin hilft da nicht.
ich habe keine amorcita mehr! was soll ich denn jetzt bloß
machen?!
die einzige cubana zu der ich je ehrlich war. ich liebte
diesen wuschelkopf ich war verrückt nach ihr! sie war anders
als alle anderen. warum verstand sie das nur nicht?!
meine waffen waren zu stumpf, darum hatte ich diese schlacht
verloren.
ein lieber kerl wird von cubanas immer ausgenutzt. latinas
wollen einen großkotz con muchas espuma poco chocolata.
einen lügenbaron, den ich früher mühelos spielte. hauptsache
er kann gut tanzen! wenn Mann ein schwein ist, sie schlecht
behandelt rennen die weiber dir nach, dann bist du "ein
richtiger macho"
mir blieb nix anderes übrig als mich mit der sache
schnellstmöglich abzufinden.
und egal wie, ich mußte diesen schrecklich stechenden
schmerz loswerden!
beim frühstück entschieden wir uns noch eine 3. nacht in
Baracoa dranzuhängen. danach wurden die hühner gesattelt auf
der suche nach diesem "geheimen" strand. raus aus dem ort,
arriba la puente, a la mano izquierda. dann abbiegen durch
den busch. hier lang? si! ganz sicher?? si si! kam die
antwort. "sigue sigue" wir holperten im schrittempo durch
den wald. fette schwarze schweine rannten dort rum, kackten
vor uns auf den weg. zwischen den palmen standen holzhütten,
ganz alleine. gab es vielleicht einen zeitsprung zurück, ist
mir irgendwas entfallen? der weg war voller spitzer steine.
ich hatte angst mir hier eine panne einzufangen. aber die
vegetation beeindruckte mich, schon bald hopste unsere
knubbel dem strand entgegen. auch hier dunkler sand, wilder
strand. unzählige kokosnüsse lagen hier rum. die räumt
keiner weg. gibt keine hotels hier! aber es war toll. wild -
romantisch!
ich lag genüßlich in der sonne zwischen palmen. die recht
hohen wellen klatschten auf den strand. stück weiter waren
noch andere touris. Itaker wie sich rausstellte. sie machten
dort partie mit rum und weibern. das laute gequatsche ging
mir auf die nerven, störte die stimmung hier.
am letzten abend in Baracoa hingen wir vor der Casa de la
Musica. cubanos machten drinnen musik. es war ganz gut ich
mußte auch gucken. Hombre freundete sich derweil daneben mit
einem cantinero an der flaschenweise pesobier verkaufte. der
typ zeigte uns in der umstehenden menge einige gestalten aus
der jinetero-szene. darunter auch ein kerl, schätze um die
35, weiß mit dicker kette am hals und goldzähnen. daneben
eine frau mittleren alters. eine deutsche wie sich
rausstellte, seine ehefrau. die aber weiterhin in
deutschland lebt und diesen, ihren ehemann nur zeitweise in
Cuba besucht. sie machte so einen auf grün/ emanzipiert und
merkte garnicht das er die putas unters volk der bedürftigen
verteilt. es war lustig sie zu beobachten. der Hombre und
ich guckten uns irgendwann an, wie aus einem mund sagten wir
plötzlich: "chico tonto!" das war ein spaß. der rest der
nacht wieder im ranchon oben am berghang verbracht.
zu dritt weiter nach Guantanamo. es waren um die 500km bis
Camaguey wir mußten uns also sputen. unsere mitfahrerin
sorgte für stimmung. wir blödelten rum, brachten uns
gegenseitig sprüche bei. mußten aber immer wieder anhalten.
die landschaft zwang uns dazu. in aller ruhe kroch eine
schlange über den warmen asphalt. ihr war völlig egal das
wir sie um ein haar breitgefahren hätten. die küstenstraße
bis Guantanamo ist auch der hammer. zerklüftete küste, wo
die wellen reindonnerten. trockene felsige aber herrliche
umgebung. die strasse war ganz gut im pflaster.
zwischendurch kam mal ein dicker lastzug vorbeigehämmert.
ansonsten sehr wenig verkehr.
in Guantanamo stieg unsere mitfahrerin aus.
weiter bis LasTunas / Camaguey. unterwegs bot sich nix
besonderes. nur einmal stieg ne ganz hübsche bei uns ein.
ich mußte sie mitnehmen. eine puppe! sie war absolut seriös,
redete kaum. wollte nich angebaggert werden. einfach nur
mitfahren, es regnete ihr bus kam nich. ich stellte die
sonnenblende runter, so das ich in dessen spiegel wenigstens
ihr hübsches gesicht sehn konnte. ich war wieder frei, sowas
durfte ich jetzt tun!! irgendwann stieg sie aus. schade
drum...
wir quälten uns ab auf der calletera central. die dicken
LKW`s fuhren wie die idioten. manche schlichen vor uns her,
andere überholten uns mit einer stinkenden abgaswolke, oder
kamen uns volles rohr entgegen. ein wunder das die leute auf
den strassen nicht wegsterben wie die fliegen. die alten,
stinkenden LKW`s sind unglaublich aggressiv beim fahren.
Camaguey,
endlich! uns tat der hintern weh, hunger, müde. casa sehr
anständig. 20$ seriöse leute. der knubbel bekam sogar seine
eigene garage. 1.50 pro nacht. abendessen cubanische
hausmannskost in der casa. sehr gut. danach raus, inne stadt
gucken. entlang einer art fußgängerzone. gegen 23 uhr, wenig
betrieb. auch hier viele finstere gestalten. schrecklich
viele kakerlaken rannten an manchen stellen in schaaren über
strasse und fußweg. sie kamen abends aus der kanalisation
die unter der strasse entlangführte. man war das ekelhaft!
eine tourisdisco. 3$ entrada + getränkeverzehr. drinnen nur
reggeaton, Italiener, fast nur putas und die zugehörigen
chulos. wir bekamen einen tisch zugewiesen. dazu 2 Bucanero.
eigentlich ne lustige sache, nur sitze ich sehr ungern an
irgendwelchen tischen rum wenn ich zur disco bin. um uns
herum bewegten sich phantastische körper in bunten
auffälligen klamotten. schwerer goldbehang! kurze röcke oder
enge calienticas. nach meinen beobachtungen waren wir beide
die letzten touris ohne anhang. also wurden wir entsprechend
gemustert. in diesem moment wurden die derzeitigen hymnen
gespielt: "pichea mami" und "caperucita" alles zappelte mit
dem hintern. für mich nicht ganz so fremd das ganze. ich
kenne das vom wochenende aus D.Dorf, Bonn, Essen, Köln...
dort gibt es auch latino schuppen wo sich die ärsche prima
bewegen. aber in Cuba, hier am ursprung des ganzen war es
zweifellos eine glanzvolle darbietung. am nebentisch saß ein
kollege mit negrid pigmentierter haut. auch er war mit gold
bestückt, ja gar bewaffnet bis zu den zähnen. alles an dem
kerl glitzerte. ob sein palo auch...???
er schielte zu mir rüber, schubste mich an und zeigte auf
eine hellere mulata die sich direkt vor uns beim tanzen fast
das rückgrat brach. ob mir denn ihr tanzen gefiel? was
dachte denn diese kokosnuß von mir, sehe ich vielleicht wie
ein maricon aus?! na klar gefiehl mir das! ihren körper muß
der liebe gott sonntags morgen persönlich erschaffen haben.
dieses maus war zweifellos die spitzeste nadel am ganzen
kaktus.!
der kellner kam, ich bestellte zwei neue Buc. die kokosnuß
zeigte ihm eine drei mit seinen fingern und grinste mich
frech dabei an. ich zeigte ihm eine zwei mit meinen händen,
hielt meinen arm dabei senkrecht und klopfte mit dem
ellbogen auf die tischplatte. tacaño.
damit hatte ich meine ruhe. die chica zappelte weiter, extra
für uns denn wir beide waren noch immer frei! das machte sie
bis die musik ausging, ruhiger wars und ich konnte sie reden
hören. ihre stimme war eiskalt genau wie ihre braunen augen.
ihre väkalsprache war abartig. so ein schöner körper aber
nix im oberstübchen.
-abgelehnt! besser wieder alleine ins bett.
morgens stand die durchsicht vom hörbie an. hier in Camaguey
hatten wir glück. "veinte minutos" meinte der dort. ich
strich über den lack und zeigte dem herrn ingeneur meine
schwarz/dreckige fingerspitze. "y lavar pol favol" der
ölwechsel war fix erledigt. aber waschen war ne andere
sache. zwei cubanos matschten mit dem wasserschlauch rum.
laberten und matschten weiter... am ende dauerte es fast 1,5
stunden die wir vor der werkstatt sinnlos rumgammelten.
aber, die typen hatten die karre rrrichtickkk saubergemacht.
rundrum! ich staunte bauklötzer. auch die scheiben von innen
geputzt, unser ganzer müll war wech. sehr gut der mann!
in Camaguey scheint es üblich, daß die leute schon abends
ihren müll vor die tür stellen. der steht dann dort auf dem
fußweg bis ihn morgens die müllmänner holen. allerdings sind
die tüten dann aufgerissen. die hunde tun sich gütlich daran
den inhalt rauszuwühlen um was fressbares zu finden. daher
rennen auch ratten am strassenrand rum, ziemlich fette
viecher! am frühen morgen liegt dann der unrat teilweise
eklig verstreut auf dem fußweg. das sieht nich sehr schön
aus. vom geruch ganz zu schweigen.
die leute im oriente scheinen wirklich netter drauf zu sein.
deren anmache ist mehr spaß und blödelei. so an einem
agromercado. hombre fuhr, ich daneben scheibe unten. standen
wir am rotlicht. drei weiber mindestens 35años am fußweg
neben uns: pssst, pssst. oyeee que feo tu eres! ich grinste
zurück weil ich das nicht bin. "pero tu eres mas fea que
yo!" die drei lachten sich halb tot winkten als wir bei grün
weiterfuhren. in der fußgängerzone fanden wir ne pesobar.
keine menschenseele drin. nur ne einsame cantinera saß
gelangweilt auf einem höckerchen und träumte vor sich hin.
dann sah sie uns: "hola vamos a mi casa" der sache wollte
ich auf den grund gehn. wir setzten uns an die klebrige
theke zu dem bier was sie uns hinstellte. sie entschuldigte
sich für ihren spruch. es war nur spaß. sie wartete auf
juli, dann würde sie mit einem kerl den sie nach eigenen
angaben nicht liebt nach Frankreich ziehen. daher möchte sie
eigentlich garnich mit ausländern zu tun haben um ihre
ausreise nicht zu gefährden. wir bestellten noch mehr bier,
das gab mir die gelegenheit sie weiter auszuhorchen. diese
chica war schwer ok.
Camaguey lief für uns nicht so ganz wunschgemäß, daher
schnürten wir unser ränzlein und gaben der keksdose die
sporen zurück, richtung
Habana. es ging heimwärts!
nicht das mir unsere vuelta nicht gefiel. im gegenteil. ich
sah endlich mal was anderes von Cuba, konnte mir persönliche
eindrücke verschaffen, von dem was andere leute so in Foren
schreiben es war klasse im oriente.
Von Camaguey bis Habana sind es 350km. es war totlangweilig
über die autopista. wenig schöne landschaften. auf höhe
Santa Clara überholten wir mindestens 30 busse die aus der
umgebung für die 1.mai-demo in Habana dahin abgezogen
wurden. die leute warten eh schon stundenlang auf den bus.
so wird es wohl noch schlimmer sein.
umgehungsstrasse, Cojima. von da an hatte ich es eilig
wieder ins dorf zu kommen. vielleicht bin ich ja wirklich
ein "heimkind". es war schön wieder in vertrauter gegend zu
sein. vorbei an den gammel"neu"bauten von Alamar, die
ranchons an der ViaBlanca, links der strand, das meer, punto
control... ich hatte richtig herzklopfen, warscheinlich
liebe ich Habana mehr als mir klar ist. kurz vor`m Titti
Twister überholte ich ein auto rechts, sofort stand der
bulle da und winkte mich raus. ich blödmann, muß man denn
auf den letzten paar metern noch ne multa kassieren! dabei
weiß ich genau das die dort stehen! ich hatte nochmal glück,
der genosse ließ mich weiterfahren. dusel!
die letzten tage waren heiß. ziemlich windig am strand der
von der strömung verbreitert wurde. ich plantschte in den
hohen wellen wie ein lausbub. so hoch hatte ich sie dort
noch nie erlebt. seit knapp 5 jahren mache ich nun schon an
diesem flecken urlaub. ich war glücklich wieder hier zu
sein.
am Tropicoco wurden die liegen aufgestockt. die partyzone
erstreckt sich nun bis bis zum nächsten kleinen ranchon. da
is jetz richtig was los. von freitag bis sonntag stapeln
sich die badegäste. abends liegen die leeren flaschen,
dosen, essensreste, der ganze müll am strand. morgens ist
alles auf wundersame weise wieder verschwunden.
ansonsten werden die Itaker auch immer älter die dort auf
brautschau gehen.
la policia especialisada hat neue uniformen bekommen. blaue
knielange hose, weißes hemd, großer hut, weiße
stoffturnschuhe (DDR mäßig). sehen jetzt cool aus die jungs.
dafür müssen sie zu fuß gehen. von den Quads mit denen sie
früher über den strand bretterten sah ich keines mehr.
ich lag weiter weg in ruhe bei den bademeistern. in meiner
nähe ein cubanisches pärchen welches sich eng umschlungen im
sand wälzte. fast hätten sie angefangen zu "tanzen".
ein bischen war ich neidisch auf diese beiden. auf mich
wartet nun niemand mehr wenn ich nach alemania komme, wieso
bin ich dann hier immer noch alleine!?
meine vermieterin erzählte mir, daß bei ihr noch immer
jemand regelmäßig anruft um sich nach mir zu erkundigen.
es ist erstaunlich wie sich mancher in 2 jahren verändern
kann. ich war sprachlos, mußte mich setzen als ich abends
nach hause kam und sah was da auf der couch saß. aus dieser
kleinen frechen larve ist ein hübscher schmetterling
geschlüpft!
nun waren die nächte nicht mehr so kühl.
...voy`chando! |