Als kompletter
Neuling nach Cuba? Also irgendwann muss man damit anfangen.
Seit gut zwei Jahren am spanisch lernen, wollte ich
unbedingt in ein Land, wo spanisch gesprochen wird. Erste
Idee war Costa Rica, aber mein Spanischlehrer ist Cubano,
also: « Sag mal, Orlando, wie ist’s in Cuba?»
Komisch, irgendwie brauchte er nicht mehr als zwei oder drei
Sekunden, um mich zu überzeugen, dass es in Cuba viel
interessanter sei. «Abgesehen davon, dass ich Dir da eine
gute Schule empfehlen kann» so meinte er, « in Cuba ist die
Musik, das Leben und die Liebe zuhause. Nirgendwo findest Du
schneller Kontakt». Also nichts wie los.
Noch hatte ich ja ein gutes halbes Jahr Zeit, um mich auf
diesen Trip vorzubereiten. So gänzlich Reiseunerfahren bin
ich auch wieder nicht und vieles, was man mir bereits am
ersten Tag nach Bekanntgabe des Zieles als Warnung um die
Ohren haut, ist altbekannt. Doch es gab auch Neues.
Klasse Informationen fand ich auf Euren Pages, http://www.santiago-de-cuba.de,
Cuba-Cool und im Habanero Forum. Wahr ist’s. Ein gutes
halbes Jahr habe ich fast täglich ins Forum geschaut. Read
only Fuzzy, oder wie nennt man dies. Doch was soll ich mich
in die Streitereien einmischen?? Und in Cuba war ich ja noch
nie, also kann ich nicht mitreden, nur mitlesen. Trotzdem,
vielen Dank für alle Tipps, Hints und Hinweise.
Am 25 Oktober flog ich also mit Iberia via Madrid nach
Havanna. Pünktlich um 2035 landete die B747 auf Josè Martì.
Nach ca. 25 Minuten war ich durch die Passkontrolle und 10
Minuten später durch den Zoll. Kein Mensch hat mich
irgendetwas gefragt. Danach mit dem Taxi zur Wohnung.
Kostenpunkt 12US$ mit Taxmeter, Panataxi
Für mich war diese Wohnung ein absoluter Hammer. Hat 30 US$
gekostet, war aber jeden Cent wert. Terasse mit Aussicht
direkt über Malecòn auf’s Meer in den Sonnenuntergang.
Affengeil. Dazu, völlig unabhängig!! Türe zum schliessen,
Wohnzimmer, Schlazimmer mit Klima, Dusche+WC und eine
Küchenecke mit Gasherd und grossem Kühlschrank.
Für Havanna - Kenner, Calle 1ra, Esquina a 12, Vedado. Ca.
300 Meter vom Hotel Riviera oder Melìa Cohìba (Bin nicht
mehr sicher ob es so geschrieben wird) in Richtung Miramar.
Direkt am Malecòn im 9. Stockwerk. Buchen kann man bei
Ignacio Lamadrid über die E-Mail Adresse ilab62@hotmail.com
oder http://www.casecuba.com (Ignacio hat mir auch sonst
immer weitergeholfen. Alles was er versprochen hat, hat er
auch gehalten. Soviel als Empfehlung)
Die Nachbarin, Clarida, 44 Jahre, laut, lustig, immer
fröhlich und sehr hilfsbereit. Und trinkt auch immer ein
Bier oder einen Ron mit. (Einen?) kann kochen und waschen,
hat zwei Jungs (24 und 22), alles in allem eine lustige
Familie. Junior Andrì wollte am Montag seinen 24. Geburtstag
feiern und dies in seiner engen Wohnung. Spontan habe ich
mein Appartement für die Party angeboten. Natürlich hat er
freudig zugegriffen. Dass man in so einem Fall alles was
nicht gestohlen werden soll, einschliesst, habe ich schon in
anderen Ländern gelernt.
Nach der Ankunft, zuerst mal einen Spaziergang um den Block,
Dem Malecòn entlang bis zu diesen Hotels, über die Erste bis
zur Dritten und zurück. Und: siehe da, bei mir um’s Eck ein
Rapido. Das heisst, Nachschub für Notfälle, 24 Stunden
geöffnet.
Am Freitag ging’s zuerst mal zur Bank, Checks wechseln für
die Miete, (Bank BFI; Linea y O). Funktionierte problemlos,
ich war 5 Minuten später wieder draussen. Danach zum Markt,
Agromercado Calle 19/B. Am Eingang eine Cadeca. Der Kurs an
diesem Tag 1 US$ = 25 Pesos. Hier kann man Früchte, Gemüse
und Fleisch kaufen. Schweinefleisch in verschiedenen
Qualitäten zwischen 22P und 28P das Pfund. Sogar gekochter
Schinken 35P ein Pfund.
Nachdem ich mich eingedeckt hatte, ging’s zurück nach
Hause.
Ich kann nicht nur am Strand sitzen, oder Chicas nachjagen,
ich wollte auch versuchen, die Sprache ein bisschen besser
zu lernen, also habe ich auch noch Unterricht in einer
Schule in La Vibora gebucht. Die wollte ich zuerst sehen.
Danach machte ich zuerst mal eine Wanderung dem Malecòn
entlang bis Havanna Vieja. Mich fasziniert die Architektur
ganz allgemein. Wie’s in Havanna aussieht wissen die
meisten. Mich hat die Stadt fasziniert, diese total
renovierten Bauten neben Bombenruinen, die Anlage der Stadt,
alles. Ich bin gut zu Fuss, also musste ich nicht dringend
ein Taxi für Kurzstrecken bezahlen. Doch dann durch die
Stadt via Havanna Libre die Linea entlang bis zur 12. und
zurück zum Malecòn...Ich war ca 5 Stunden zu Fuss unterwegs,
dieses Bier zuhause hatte ich mir redlich verdient
Eigentlich habe ich mir vorgenommen an diesem Freitag Abend
in irgendeine Disco zu gehen, doch ich hab’s dann
verschoben. Ich bin 5 Stunden gewandert, die
Zeitverschiebung und die herrliche Aussicht. Ich blieb
zuhause. Ein paar Bierchen auf dem Balkon und übers Meer
schauen…….Chicas und Discos gibt’s wie Sand am Meer, morgen
ist auch noch ein Tag.
Am Morgen danach habe ich zuerst mal den Dollar - Laden in
der Nähe besucht. Heisst Galerias del Paseo und man kann
hier fast alles kaufen. Dieses kleine Einkaufszentrum
befindet sich ebenfalls an der 1ra, esquina Paseo. Gleich
neben den beiden Hotels. Im Erdgeschoss gibt’s unter anderem
Kaffee, Eis und Sandwiches, im ersten Stock ein Jazz Kaffe
und eben dieser Supermarkt. Das Bier kostet hier gleichviel
wie im Rapido um die Ecke 85 Cent pro Büchse, Hier gibt’s
aber auch Flaschen und ganz allgemein mehr Auswahl. Ron war
teurer. Als nur gelegentlicher Rontrinker, kann ich nicht
wirklich unterscheiden welcher jetzt um Nuancen besser ist.
Darum kaufte ich immer La Mulata 3 Años für 2.80 US$. Die
Profis mögen mir verzeihen.
Am Nachmittag dufte ich Weihnachtsmann spielen. Ich hatte
für jemanden Briefe und ein kleines Geschenk mitgenommen.
Diese Novia kam in die Wohnung, aber sie kam nicht alleine,
sondern mit einer anderen Chica, Rosa. Die wollte gleich
alles von mir wissen. Soltero? Wie viel verdienst Du, weisst
Du, dass ich frei bin, kein Novio oder so, usw. Ich habe ihr
klargemacht, dass ich hier nur Postbote spiele und dass ich
nie wieder in meinem Leben heiraten werde, egal woher die
Dame kommt. (Zumindest denke ich heute so) Sie wollte am
Abend mit in irgendeine Disco, so teuer wie möglich,
natürlich. Aber auch dieses konnte ich verhindern. So sind
dann die beiden wieder abgezottelt.
Danach spazierte ich ein bisschen durch Vedado. Vor allem
aber sass ich am Malecòn. Der Wind kam auf und die Wellen
überspülten die Strasse. Ist doch etwas anderes, als wenn
man’s im TV sieht. Auf der Plaza machten ein paar
Jugendliche Musik mit Guitarren und Rhythmusinstrumenten.
Klang ganz gut.
Jetzt war ich schon mehr als zwei Tage in Havanna, viel auf
der Strasse und doch wollte mir noch niemand etwas
verkaufen, weder Cigarren noch Chicas noch sonst was. Dabei
habe ich damit gerechnet, alle 5 Meter angesprochen zu
werden, aber ausser dieser Chica am Mittag? Nada.
Nach dem Abendessen (selbst gekocht) ging’s wieder nach
Havanna Vieja. Dieses Mal wollte ich irgend eine Freiluft
Bar mit Musik suchen. Cuba Feeling und so. Am Eingang zum
Barrio China gab’s so etwas. New York hiess es und ich hörte
die Musik. Noch konnte ich nicht zwischen CD und Life Musik
unterscheiden. Ich hab ein bisschen gezögert, als mich
jemand von der Seite ansprach.
«Que buscas Chico?» «Una cerveca» «Me invitas» «Porque no»
Also so geht das. Wie sagten die Experten im Forum? Profi !
100%! So hat sie sich auch vehalten, von A – Z, aber ich
wollte es ja so. Man soll alles probieren und erst danach
urteilen. Und wie hiess es? Ein Abendessen und 20 $ soll
immer drin liegen? Aus den Socken gehauen hat’s mich nicht
gerade, aber so gab’s wenigstens Steigerungsmöglichkeiten.
Sonntag morgen, so gegen acht Uhr morgens, klopft es an der
Türe. Ich dachte sofort an Clarida meine Nachbarin, aber nö,
Rosa, die Dame von gestern stand vor der Tür. Zuerst hat sie
sich entschudigt für den Tag davor, danach ca 10 Minuten
Smal Talk im Sala., und schon war sie im Bett. Sie hat
unschuldig nach dem baño gefragt und ist einfach nicht
wieder zurückgekommen, sondern hat mich in’s Schlafzimmer
gerufen. Da war sie dann, bereit für alles. Ich liebe Cuba,
ehrlich.
Am Nachmittag habe ich sie dann mit dem Taxi nach Hause
gefahren. Sie hatte meine Telefon - Nummer, ich ihre nicht;
ich habe sie nie wieder gesehen.
Montag erster Tag des Sprachkurses. Ich bin mir vorgekommen,
als ob ich zur Arbeit ginge, mit so nem kleinen
Aktenköfferchen mit Schulsachen drin. Aber es hat sich
gelohnt. Es geht zwar manchmal drunter und drüber in diesem
Haus, aber man gibt sich sehr viel Mühe. Ich hatte
Einzelunterricht mit Maritza.. Die Schule heisst Cooperacion
Myrtha Aguirre und ist eine Schule für Spanisch und
Esperanto in La Vibora. Es gibt eine Beschreibung im
Internet, die Seite heisst http://www.idiomas.ch/. Nach dem
Unterricht (von 0900 – 1300) gibt’s was zu Essen, nicht das
gelbe vom Ei, aber warm und reichlich. Ist im Preis mit
inbegriffen, man muss aber nicht da essen.
Nach dem Unterricht mit colectivo zum Havanna Libre und mit
einem anderen der Linea nach bis zur 12. 5 Minuten Richtung
Malecòn marschiert und schon war ich wieder zuhause. Dort
war die versprochene Geburtstagsparty bereits im Gang. Ein
halbes Dutzend Rumflaschen verschiedener Provenienzen
standen voll auf dem Tisch, drei bereits leer. Da ich mich
nicht lumpen lassen wollte, bin ich mit zwei Mulatas unterm
Arm (Flaschen !!!) eingefahren. Alles in allem war das ein
richtig amüsanter Abend. Es gab etwa fünfmal zu essen und
ich schwörs, mein Glas war nie leer. Einige der Party-Gäste
konnten nicht wiederstehen, mir, dem allein reisenden
Ausländer, ihre Töchter, Schwestern oder sonst was
weibliches vorzustellen. Leider war keine dieser Damen
anwesend, jedoch den jeweiligen Beschreibungen nach zu
urteilen, alles JayLos, Inteligenzbestien und Genies in der
Küche. Die Party dauerte bis nach Mitternacht, in’s Bett
ging ich aber alleine.
Dienstag nach der Schule mit colectivo zum Capitolio, in’s
Internet Kaffee, 2.50 US$ pro angefangene halbe Stunde. Als
ich rauskam, Grosse Überraschung. Andrì, mein Nachbar mit
der Party schlenderte seelengemütlich durch den Park. Nach
einigen Frotzeleien über das Leben in einem gewissen
fortgeschrittenen Alter, (eben 24!) lud er mich zu einem
Bier ein. Nochmals Er hat MICH eingeladen, Was haben die
Experten im Forum doch gesagt, trau keinem Cubano. Doch als
ich auch das fünfte Bier nicht bezahlen durfte, war es mir
eher peinlich. Irgendwo in Havana Vieja sind uns zwei Chicas
über den Weg gelaufen. Andrì hat sie sofort angesprochen.
Ich habe sie scherzhaft Milch und Kaffe genannt. Eine
ziemlich hübsch dunkle Mulatta, (Andrea) und eine
bildhübsche Blondine, (Danay). Die beiden kamen aus Granma
und waren anfänglich ziemlich nervös, mit uns, speziell mit
mir, gesehen zu werden. Nach zwei Mojitos hat sich das dann
gelegt. Andrì meinte, die beiden seien keine Vollprofis. Ich
habe da keine Erfahrung und glaubte das einfach mal.
Vielleicht war’s ein Trick oder auch nicht, auf alle Fälle
wollten die beiden nicht mit nach Hause kommen. Wir haben
die Telefonnumern ausgetauscht und uns gegenseitig
versprochen, anzurufen. Wir haben die Mädchen nach Hause
gefahren und sind dann selbst ziemlich spät nach Vedado
zurückgekehrt. Andrì meinte, dass wir die Nummern getrost
fortwerfen könnten. «Die beiden sehen wir nie mehr,» meinte
er.
Clarida hat mir am anderen Morgen, guten, starken,
cubanischen Kaffee gebracht und gemeint, ich sollte doch
nach der Schule sofort nach Hause kommen, sie hätte eine
Überraschung für mich. Dritter Tag Schule mit nicht wirklich
viel Schlaf. Ich musste mich ziemlich zusammenreissen, um
konzentriert lernen zu können. Irgendwie hat’s geklappt. Wie
versprochen ging’s nach der Schule sofort nach Hause, dor
stellte mir Clarida Diana vor. Mulatta, 170cm gross gut
gebaut und ganz offensichtlich über mich im Bilde. Wir sind
miteinander essen gegangen. Ein Restaurant in Vedado, das
ich nur bedingt und nur für Streitsüchtige empfehlen kann.
Centro Vasco nennt sich der Schuppen. Terrassenrestaurant
und Disco. Das Essen an sich nicht schlecht, aber ich musste
heftig kämpfen, nicht zu sehr über’s Ohr gehauen zu werden.
Für ein Hühnerbein mit Pommes und Reis, ein paar Bierchen
und eine Chocolat als Desser über 40$, war für mich echt
zuviel. Am Schluss habe ich 28$ bezahlt, was mir immer noch
als teuer erscheint, heute noch. Jedenfalls war’s das
teuerste Essen in Cuba in diesen drei Wochen. Diana ist ganz
selbstverständlich bis am nächsten morgen geblieben. Ich
liebe Cuba, ehrlich.
Inzwischen Donnerstag und die Warnungen vor dem nahenden
Zyklon werden immer deutlicher. Inzwischen scheint es als
gesichert, dass Michelle Freitag oder Samstag über die Insel
ziehen wird. Nach der Schule bin ich erst noch Dosenfutter
einkaufen gegangen. Dabei habe ich eine andere Art des
cubanischen Lebens kennengelernt, das Schlangestehen. Abends
dann mit zwei grossen Taschen voll Nahrungsmitteln zuhause
angekommen, kleine Überraschung. «Se fue la luz!» Kein Strom
im Haus. In meinem Fall hiess das, neun Stockwerke
treppensteigen. Gut für die Fitness. Ich hab niemanden
angerufen, niemanden angesprochen, also auch niemanden
erwartet. Aber Danay wartete vor der Türe. Ohne Anruf, ohne
irgendwas war sie einfach da. Gut für mich, dachte ich, denn
dieses Mädel war wirklich schön. Aber irgendwo habe ich doch
in diesem Expertenforum gelesen, «Chica linda = chica mala»
Also was soll ich Euch sagen, in diesem Fall war das nicht
richtig. Irgendwie so habe ich mir das schöne Leben
vorgestellt. Draussen braut sich ein Stürmchen zusammen, der
richtige Hurican aber ist eine gute 9 (10 gibt’s nicht ;-))
die mich drinnen auf’s Beste verwöhnt. Ich liebe Cuba,
ehrlich. Zum ersten und einzigen mal bereute ich, keine
Fotoausrüstung zu haben. Dieses Mädchen hätte ich Euch gerne
vorgestellt. Trotzdem, geheiratet hätte ich sie auch nicht
:-)
Freitag, mein blonder Sturm musste nach Hause (keine
Überraschung) und Michelle ist immer noch nicht da. Ich habe
Erfahrungen mit starken Taifunen in Asien, (Philippinen,
Malysia) gemacht und daraus gelernt, mich vorzubereiten.
Alles war entweder bereits gekocht, oder in Dosen., die
Kerzen lagen bereit, die Taschenlampe (Minifotozelle, sehr
stark und sehr klein) und das Feuerzeug in der Hosentasche,
genügend Wasser, Bier und Coke im Eisschrank und zwei
Mulattas (Flaschen) im Zimmer. Von mir aus konnte Michelle
kommen. Aber Michelle zierte sich noch. Die Wellen am
Malecòn schlugen bereits hoch zusammen, der Wind war schon
recht stark, aber geregnet hat’s nicht. Ich war ein bisschen
erkältet und wollte mir eine farmàcia suchen, um mir ein
paar Medikamente zusammenzustellen. Auf dem Rückweg von La
Rampa steht da eine Mulatta am Strassenrand, die verzweifelt
mit den Händen winkt. Wir stehen am Rotlicht und der
Taxifahrer fragt, was sie den will Sie hat Angst in Regen
und Sturm zu kommen und möchte nach Hause. Man ist ja kein
Unmensch, oder? Und in der Zwischenzeit habe ich auch
bemerkt, dass das Mädchen ziemlich hübsch ist. Kurzes
Kleidchen, üppige Figur und ein strahlendes Lächeln. (Ich
wünschte mir glauben zu können, dass das Lächeln echt
dankbar war) Es stellt sich heraus das Anaiz an der fünften
wohnt. Das ist doch sehr nahe bei meiner Wohnung, also
beschliesse ich, sie nach Hause zu bringen. Auf dem Weg
dahin fragt sie mich, wo ich denn wohne. Ich erkläre es ihr
und sie meint, dass sie mich mal besuchen kommen würde.
Claro, sage ich, estàs muy bienvenido. Dass sie allerdings
bereits eine Stunde später vor meiner Wohnung steht. (neun
Stockwerke hoch ohne Lift, weil es ja immer noch keinen
Strom hat) erstaunt mich nun doch. Ich hab ja viel gelesen
in diesem Forum und ich geb’s zu, vieles nicht geglaubt.
Aber Anaiz steht da und als ich sie reinlasse, fällt sie mir
sofort um den Hals, schwört mir ewige Dankbarkeit und Liebe
und will mich nie wieder verlassen. Wie sagte sie?
Finalmente has llegado, mi principe azul. An dieser Stelle
kleine Beschreibung von mir. 44 Jahre alt 176 cm gross und
vor Cuba 80 Kilo schwer. Ich war 20 Jahre verheiratet (das
zehrt) und halte mich nun wirklich nicht für besonders gut
aussehend. Mehr Herz als Schönheit. Und da kommt so ein
hübsches Ding von gut 22 Jahren und nennt mich
Märchenprinz?? Nachtigall ick hör dir trappsen, oder wie
ging das?? Auf alle Fälle fand der Sturm schon wieder mehr
drinnen als draussen statt und hiess Anaiz und nicht
Michelle. Ich liebe Cuba, ehrlich.
Samstag. Anaiz hat mir geholfen, alles gekochte aufzuessen
(den Rest hat sie nach Hause genommen :-)). Also raus, neun
Stockwerke runter, einkaufen. Inzwischen hab ich nicht nur
eine Erkältung ,ich huste auch sehr stark. Ich war nie in
einem Raum mit eingeschalteter Klimaanlage, also habe ich
die Grippe wahrscheinlich aus der Schweiz mitgeschleppt. Die
Schlange vor dem Rapido ist mittlerweile fünfzig Meter lang.
Zumindest erscheint sie mir so lang. Ich huste mir die Lunge
aus dem Leib und will eigentlich nur noch wieder in’s Bett.
Allein !!! Fieber habe ich auch. Also will ich nicht so
lange da draussen im Wind stehen bleiben, der hat nämlich
noch an Stärke zugenommen. Ab geht’s in den Dollarladen am
Paseo. Schliesslich bin ich Tourist, also darf ich mich auch
so verhalten. Calle 1ra ist total verstopft mit grossen
Bussen. Später erfahre ich, dass mit diesen Bussen die
Touristen aus den beiden Hotels evakuiert wurden. Also zu
Fuss die dreihundert Meter bis in die Galeria. Dort
angekommen musste ich feststellen, dass sich auch Cubanos
wie Touristen verhalten können. Ich war der einzige
Ausländer im Einkaufszentrum., die Cubanos haben aber den
ganzen Laden mehr oder weniger ausgeräumt. Obwohl Dollar und
recht teuer. Was blieb waren einige Kasten Bier. Das hatte
ich aber schon also zurück zum Rapido. Dort war die Kolonne
inzwischen mindestens 100 Meter lang und es hat angefangen
zu regenen. Pobrecito, doch da musste ich durch.
Schliesslich hatte ich nichts zu essen zu Hause. Nach gut
zwei Stunden hatte ich die Taschen wieder voll mit Büchsen
Atùn und Jamon (schmeckt abscheulich) und einigen Päckchen
mit Pasta. Besser als nichts. Als ich oben ankam,
Überraschung, diesmal aber zwei. Nein nicht Mädels, zwei
Überraschungen. Clarida hat für mich ein Kilo Rindsfleisch
und Brot gekauft und das Fleisch bereits gebraten. Sie
dachte sich, das ich nichts mehr zu Essen hätte und kannte
andere Quellen als ich. Sie hat mir sogar die Quittungen
gezeigt. (woher die Quittungen auch waren, ich habe 12 US$
für ein Kilo Beef bezahlt. In der Schweiz ist es teurer)
Langsam fing ich an, den Nachbarn zu trauen. Ach ja, zweite
Überraschung, Diana war wieder da. Ich wollte ihr zwar
klarmachen, dass ich in meinem Zustand einen neuerlichen
Sturm im Schlafzimmer wahrscheinlich nicht überleben würde,
aber mein Spanisch war musste heute miserabel sein. Sie
konnte mich einfach nicht verstehen, also habe ich
aufgegeben.
Michelle habe ich mehrheitlich verschlafen. Von Zeit zu Zeit
war ich zwar wach und konnte durch das Fenster ein
aufregendes Naturschauspiel bewundern. Der Regen, der Sturm,
der Wind, die Wellen über dem Malecòn; auch dafür war ich
dankbar diese Wohnung gemietet zu haben. Egal ob 30 Bucks
oder nicht, diese Wohnung war’s wert, sogar ohne Strom. Bis
Montag abend blieb ich mit Fieber im Bett und Diana bei
mir.
Am Dienstag abend stand Anaiz wieder vor der Tür. Sie hätte
sich Sorgen um mich gemacht und wollte nach mir sehen. Diese
Art Krankenschwester konnte ich jetzt wirklich gebrauchen.
Am Mittwoch ging’s mir schon wieder besser, Ich hustete zwar
noch wie wild, es klang wie ein grosser Hund, aber ich hatte
kein Fieber mehr. Eigentlich wollte ich diesen Abend mit
Anaiz in die Disco, doch als ich nach der Schule nach Hause
kam, stand Danay vor der Türe. Auch sie hatte sich Sorgen um
mich gemacht und demonstrierte dies nachdrüklich. Ich liebe
Cuba, ehrlich.
Der Donnerstag war mein letzter Schultag. Gleich danach
ging’s mit Viazul nach Florìda, ca. 40 km vor Camagüey. Auch
hier hatte ich etwas abzugeben. Ich plante hier zu
übernachten und am folgenden Tag nach Camagüey zu fahren.
Anschliessend nach Trinidad und dann, nach ca. Fünf Tagen
wieder zurück nach Havanna für die letzten zwei Tage meiner
Ferien. Die Empfängerin des Briefes hatte mir ein Casa
reserviert. 20US$. Erst fand ich dies teuer, gemäss den
Berichten im Forum. Aber als ich ankam, war es mir egal,
diesen Preis zu bezahlen. Die Leute waren sehr herzlich und
freundlich. Ich kam mitten in der Nacht an und Raquel, die
Zimmerwirtin, kochte mir sofor etwas kleines. Im Kühlschrank
in Zimmer standen 6 Cristales, Das Bett war nicht allzu
weich und ich dachte mir, für eine Nacht geht das schon.
Aber es kam alles anders.
Hatte doch Empfängerin des Geschenkes, (irgendetwas mit Yu
und kis, aber ich habe den Namen vergessen) eine Freundin,
die mich auf der Stelle mit Beschlag belegte. Claudia war 24
Jahre alt, hatte eine 6 jährige Tochter und keinen Mann,
eine Mutter und zwei Geschwister, Zwillinge, aber Bruder und
Schwester. Am anderen Morgen empfing mich die Familie mit
einem üppigen Frühstück. Danach wollte ich nach Camagüey,
jetzt aber zum ersten mal: Cuba Life. Wie bitte kommt man
von Florìda nach Camagüey mit «öffentlichen »
Verkehrsmittel?? Antwort, überhaupt nicht. Irgendwie reiten
die Leute mit irgendeinem Lastwagen oder sonstwas das
zufällig in diese Richtung fährt und der Fahrer freundlich
genug ist anzuhalten. Ich hab mir dieses Schauspiel eine
Stunde lang aus sicherer Entfernung in einem Ditù angeschaut
und dann beschlossen, meine Kreditkarte ins Spiel zu bringen
und wieder mal Tourist zu spielen.
Mieten wir uns also ein Auto. Havana Car (glaube ich
wenigstens) hatte eine Niederlassung in Florìda. Ich habe
einen Toyota Tercel für US$ 50 Pro Tag erhalten und für drei
Tage gemietet. Benzin kostete 90 Cent pro Liter. Mit diesem
Gefährt gelangte ich problemlos nach Camagüey. Claudia
wollte unbedingt mitkommen und mir die Stadt zeigen.
Wahrscheinlich wollte sie mich auch von den gefährlichen
Cubanas beschützen :-). Bis zu diesem Tag dachte ich immer,
die undiszipliniertesten Fahrradfahrer trifft man in Zürich.
Aber hier……Ich kam mir teilweise vor wie das einzige Stück
Fleisch in einer Suppe. Gaaaaaaaanz langsam fuhr ich durch
die engen Gässchen. Vor lauter Fahrrädern habe ich nichts
von der Stadt gesehen. Irgendwann dann gab’s so was
ähnliches wie ein Parkplatz. Zwei ältere Herren offerierten
sofort, mir das Auto zu «bewachen».
Zu Fuss gings dann etwa gleichschnell aber doch einiges
gemütlicher durch die Altstadt von Camagüey. Nettes
Städtchen, viel ruhiger und relaxter als Havanna. Logisch,
eigentlich. Ich hab mich in der Altstadt in eine Strassenbar
gesetzt und einfach mal zugeschaut. Auch hier, niemand
wollte mir irgendetwas verkaufen. Nach all den Warnungen im
Forum, war’s in dieser Beziehung schon beinahe langweilig.
Zurück beim Auto wollten die beiden Parkwächter ihre Gebühr
einkassieren. Feige wie ich war, habe ich Claudia
vorgeschickt und diese hat den beiden Männern 50 Cent
gegeben und betont, dass dies für BEIDE sei. Ein leichtes
Grinsen konnte ich mir nicht verkneifen, aber die beiden
Herren nahmen den Fünfziger, ohne mit der Wimper zu zucken.
Am Tag danach habe ich die Claudias Familie eingeladen zur
Playa Santa Lucia. Es goss in Strömen und der Wind war
unangenehm stark, was die Familie allerdings nicht im
geringsten daran hinderte, sich ins Wasser zu stürzen. Für
mich als «wärmesuchender Mitteleuropäer» war’s einfach zu
kalt. Der Weg dahin war allerdings Erlebnis pur. Bis Playa
Santa Lucia geht’s über recht gut ausgebaute Strassen, dort
aber lotste mich Claudia über ein Feldwegchen, ungepflastert
mit Schlaglöchern wie Schützengräben. Es war mir nicht
möglich abzuschätzen, wie tief die Löcher waren, sie waren
mit Wasser gefüllt. So kurvte ich so gut wie’s eben ging
drum rum. Manchmal in abenteuerlichen Schräglagen, manchmal
auf gut Glück mitten durch die Pfütze. Fahrzeit eine gute
Stunde. Ich habe mich im Restaurant erkundigt, ob man die
Strasse ausbauen will und habe erfahren, dass es eine gut
ausgebaute Strasse gibt. Stimmt, zurück für dieselbe Strecke
brauchte ich gerade mal 15 Minuten. Es war doch schön, das
gerötete Gesicht von Claudia zu sehen. Sie hat mich für die
Hinfahrt mehr als entschädigt. Ich liebe Cuba, ehrlich
Sonntag fuhr ich mit Claudia und ihrer Tochter nach Ciego
und Moron. Ciego hat mir überhaupt nicht gefallen, drum sind
wir ziemlich schnell nach Moron gefahren. Erschien mir als
gemütliches kleines Städtchen, aber doch eher sehr
touristisch. Obwohl mit einer Frau und einem Kind an der
Hand, wurde ich hier von einer Chica angesprochen. Die
Ansprache, die Claudia dieser Chica gehalten hat, habe ich
nicht wirklich verstanden, es ging zu schnell. Aber die
Blicke die sie geworfen hat, haben sogar mir Angst eingejagt
:-). Die Lautstärke ebenfalls.
Montag war der Tag, an dem ich mich langsam auf die
Rückfahrt nach Havanna vorbereiten wollte. Die Ernüchterung
am Bus Terminal in Camagüey: Es gibt keinen Platz mehr im
Viazul Bus bis Donnerstag. Aber am Donnerstag habe ich eine
Buchung mit Iberia zurück nach Europa. Alternativen gibt’s
zwei. Erstens mit dem gemieteten Auto zurückfahren,
Kostenpunkt ca200 US$ (Miete, Abgabe am anderen Ort und
Benzin) oder Flugzeug, US$ 80
Fliegen wir also. Im Cubana – Büro die zweite Überraschung.
Die Leitungen nach Havanna scheinen seit Michelle
unterbrochen zu sein. Mindestens erzählt man mir das. Ich
kann nicht mit Visa bezahlen. Meine Reisechecks sind in
Florìda, also zurück, Checks holen,. Einlösen, zurück ins
Cubana – Büro und Ticket bezahlen. Der Tag ist schon beinahe
um. Ich setze mich mit einer Flasche Bier in eine Bar und
schaue ein bisschen den Leuten zu. Am Abend kocht Claudias
Mutter ein wunderbares Abendessen.
Vier Tage war ich in Florìda und mit Claudia und ihrer
Familie zusammen. Wir hatten eine wunderbare Zeit
miteinander. Ob sie begriffen hat, dass ich nicht mehr
heiraten will, weiss ich nicht, aber bestimmt werde ich
wieder zurückfahren. Florìda erscheint mir übersichtlich und
ruhig, für die meisten Leute aber wahrscheinlich ziemlich
langweilig.
Am späteren Nachmittag, ca 1730 hebt die Antonow ab Richtung
Havanna. Das Flugzeug ist so laut, dass ich mir die Ohren
zustöpsle. Es gibt ein Bonbon und später einen Kaffee. Der
Flug dauert ca 90 Minuten.
Wieder mit dem Taxi nach Vedado. (Siehe da, immer noch
US$12) Jetzt aber schlechte Nachrichten, irgendeine
lesbische Spanierein (Originalton Clarida) hat das
Appartment gemietet. Für mich bleibt ein anderes, ebenfalls
privat, an der dritten, gleich gegenüber vom Rapido, aber
ohne Balkon oder sonst eine Aussicht. Dieses Appartament
kann ich nicht mehr empfehlen. War’s in der 1ra noch US$
30.- wert, hier nicht mehr. Aber für drei Tage und zwei
Nächte suche ich mir keine andere Bleibe mehr.
Die letzten beiden Tage streife ich durch Havanna auf der
Suche nach Souvenirs. Aber irgendwie gefällt mir gar nichts.
Ich habe Zeit und verbringe viel davon an der calle obispo,
in Bars mit Life Salsa Musik. Um ein Haar lasse ich mir
einen Che auf den Unterarm tätowieren, lasse es aber zum
Glück. Nicht wegen mir, aber ich streite mich mit meiner
Tochter wegen eines Tattoos. Sie will so etwas und ich sage
kategorisch nein, so darf ich nicht mit einem Che auf dem
Arm nach Hause kommen. (Vorbildfunktion, oder so :-)).
Nächstes Jahr wird sie 18, dann macht sie sowieso was sie
will. Schaumer mal, vielleicht mach ich’s noch.
Ich habe niemandem gesagt, dass ich wieder zurück bin, aber
am ersten Abend schon steht Danay vor der Tür. Woher zum
Teufel weiss sie meine neue Adresse. Clarida!!! Danay hat
einfach angerufen und gefragt, ob ich wieder in der Stadt
sei, Clarida gibt die neue Adresse und eine Stunde später
steht das Mädel vor meiner Tür. Ich bring’s nicht über‘s
Herz, sie nach Hause zu schicken. Die ewige Liebe, die sie
mir verspricht, kann ich nicht glauben, aber so verbringe
ich die letzten Tage mit Danay. Sie hat eine Höllenangst mit
mir gesehen zu werden. Ich versteh’s ja, aber was macht sie,
wenn ich weg bin??
Seit ich zurück bin, habe ich sie nicht mehr erreicht. Am
Telefon hat man mir gesagt, sie sei wahrscheinlich in
Granma. Entweder sie ist da, oder verhaftet worden oder sie
will nichts mehr von mir hören:-(. Mach’s gut, Danay, viel
Glück!
Letzter Tag. Es geht alles so unglaublich glatt. Überhaupt
keine Probleme. Nicht beim einchecken, nicht bei der
Passkontrolle, einfach nichts. Ich bin viel zu früh, weil
ich mir vorgestellt habe, mindestens drei Stunden zu
brauchen, aber …Nein.
So sitze ich also mehr als drei Stunden vor Abflug im
Transit an einer Bar. Zwei Cubanos arbeiten da, ein Mann,
total aufgestellt, fröhlich singend und pfeiffend und eine
Frau, die sich wie ein Schlafmittel benimmt. Irgendwann
sagte sie mir, sie sei krank und hätte Fieber. Ich habe noch
Medikamente bei mir, die ich nicht gebraucht habe und gebe
ihr eine Schmerz – und Fiebertablette. Nach weniger als eine
halben Stunde kommt sie zu mir und strahlt übers ganze
Gesicht. Sie fühle sich wohl, kein Fieber, keine Schmerzen
mehr. Ich gebe ihr den Rest der Tabletten, sie mir sofort
ihre Telefonnummer. Für’s nächste Mal, wie sie sagt.
Danach wird’s ganz lustig. Nachdem ich die erste Stunde zwei
Bierchen getrunken habe, habe ich jetzt Lust auf einen
letzten Mojito. Sie macht ihn für mich und es war für mich
der Beste, den ich bis anhin getrunken habe. Besser als
alles, was ich in der Stadt erhalten habe. Natürlich mache
ich ihr dieses Komliment, was den Barmann zur Bemerkung
veranlasst. Er mache die besseren. So probiere ich das aus
und auf ihre Frage welcher Mojito jetzt besser sei, meinte
ich, dass ich nochmals einen von ihr probieren müsse. Am
Schluss sitze ich hinter 6 Mojitos auf fast nüchternen
Magen. Ich bin kein grosser Alkoholtrinker und wenn, dann
hauptsächlich Bier, oder Rotwein, aber Mojitos?? Zum Schluss
bin ich also auch noch betrunken in Cuba. Am allerletzten
Tag. Dafür schlafe ich im Flugzeug noch vor dem Start ein
und erst beim Landeanflug auf Madrid wache ich wieder auf.
Das heisst, ich werde geweckt. Meine freundliche
Sitznachbarin macht sich Sorgen um mich, weil ich nichts
gegessen habe.
So endet also mein Cuba Abenteuer. Jetzt sitze ich wieder
zuhause und freue mich auf ein nächstes mal. Irgendwann
werde ich wieder nach Cuba zurückfliegen. Ich werde wieder
in diese Schule gehen. Aber ich werde eine andere Region in
Cuba bereisen.
Fazit: Ich habe viel Informationen aus dem Forum bestätigt
erhalten. Vieles ist anders. Geblieben ist die Erinnerung,
vielleicht habe ich sogar ein paar neue Freunde dazu
gewonnen. Ich wollte nicht als Sex Tourist hingehen und
weiss nicht, ob ich trotzdem mich als solcher Verhalten
habe. Aber nein zu sagen fiel hin und wieder schon schwer.
Ich hab vor diesen Leuten grossen Respekt. Sie müssen ein
Leben in Umständen meistern, die für mich in grossen Teilen
nicht nachvollziehbar waren. Clarida lebt mit zwei
erwachsenen Söhnen und ihrem Freund in einer winzigen
Wohnung, Andrìs Freundin un die Ecke in einer mehr als
konfortablenFünfzimmer Wohnung mit drei Balkonen, in der
jedes Schlafzimmer auch das eigene Bad und WC hat.
Ausnahmslos alle waren genauso freundlich zu mir, wie ich es
zu ihnen war. Strassenverkäufe oder Betteleien hielten sich
in sehr erträglichen Grenzen. Wisst ihr, was mir sonst noch
aufgefallen ist?? Es scheint, als ob das Volk sein Lächeln
verloren hat. Nach den Beschreibungen im Forum habe ich ein
viel fröhlicheres Volk erwartet, aber die Leute sind mir als
beinahe melancholisch in Erinnerung. Sogar all die Musiker
die ich gesehen habe, spielten ihr Repertoire ohne Lächeln
runter. Pure Routine. Vielleicht war ich aber auch nur in
einer besonders schwierigen Zeit da. Vergleichen kann ich ja
nicht.
Vielleicht beim nächsten Mal.
Sie haben
ebenfalls einen Reisebericht über Kuba geschrieben und möchten, dass
dieser hier veröffentlich wird ? Dann posten Sie Ihren Reisebericht im
Kubaforum dieser Seite und ich bringe Ihn dann direkt in die Sammlung
mit ein.