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Charly Kuba Neuling

Anmeldungsdatum: 27.11.2005 Beiträge: 12 Wohnort: Bonn
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Verfasst am: 05.12.2005 22:45 Titel: Weiter Schritt zur südamerikanischen Wirtschaftsorganisation |
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05.11.2005
Titel
Harald Neuber
Amerika gegen die USA
34 Präsidenten, 10000 Polizisten, 50000 Demonstranten im
argentinischen Mar del Plata. Großkundgebung gegen George W.
Bush und dessen Kriegspolitik
Als George W. Bush am Donnerstag abend (Ortszeit) im
argentinischen Mar del Plata eintraf, empfingen ihn bereits
Tausende Gegner seiner Politik. Am Freitag dann demonstrierten
50000 oder mehr Menschen unter der Losung »Ein anderes Amerika
ist möglich« gegen die US-Aggressionen in aller Welt. Dem Mann
aus dem Norden schlug im Süden des amerikanischen
Doppelkontinents heiße Ablehnung entgegen.
Bush verfolgt eine für ihn heikle Mission: Mit allen Mitteln
will er seine »Gesamtamerikanische Freihandelszone« – in der
spanischen Abkürzung ALCA – retten. Ein nicht einfaches
Unterfangen: Unter den 34 Staats- und Regierungschefs, die am
Freitag zum sogenannten Amerika-Gipfel im Küstenort Mar del
Plata zusammenkamen, herrscht ein tiefer Dissens. Mit Mexiko,
Chile und der Dominikanischen Republik verteidigen lediglich
die letzten drei US-nahen Regierungen südlich des Rio Grande
das Washingtoner Projekt. Auf der anderen Seite steht
Venezuela als offener Gegner. Auch die übrigen Staaten
sprechen sich in zunehmendem Maße gegen das US-Vorhaben aus,
das in Mar del Plata nun seinen Todesstoß erhalten könnte.
Zu Beginn des zweitägigen Gipfels gab es über den Wortlaut der
Abschlußerklärung jedenfalls noch keine Einigkeit. Der
stellvertretende Außenminister Argentiniens, Jorge Taina,
sprach von »einigen offenen Punkten« und meinte damit allein
die strittige Bewertung des ALCA. Viele Teilnehmer wehren sich
dagegen, das Freihandelsabkommen als positives
Entwicklungsmodell zu akzeptieren, solange die USA und Kanada
ihre Märkte weiter für Güter aus Lateinamerika verschließen,
ihre eigenen Waren aber ohne Handelsbeschränkungen auf den
vermeintlich gemeinsamen Markt bringen wollen. In dieser
ohnehin gereizten Stimmung leistete sich US-Präsident Bush
schon vor Beginn des Treffens den ersten diplomatischen
Fauxpas. Für das obligatorische Interview wählte er kein
lateinamerikanisches Medium, sondern die spanische
Nachrichtenagentur EFE. Über das Presseorgan der ehemaligen
Kolonialmacht ließ Bush verlauten, er spreche in Argentinien
»mit allen, die mich da unten hören wollen«.
Die Zehntausenden Demonstranten gehören nicht zu dieser
Gruppe. Der venezolanische Präsident Hugo Chávez wird Bush
zwar zuhören, zugleich aber sein Gegenkonzept zum
US-Freihandel präsentieren: Die Bolivarische Alternative für
Amerika (ALBA) setzt auf die regionale Wirtschaftsintegration.
»Die Linke ist zurück«, hatte Chávez bereits vor dem Gipfel
erklärt. »Der Sozialismus baut auf, und der Kapitalismus
zerstört.« Am Freitag nahm der venezolanische Präsident als
einziger Staatschef auch an der Gegenveranstaltung teil. Unter
den 50000 Demonstranten befanden sich zudem der ehemalige
argentinische Fußballstar Diego Maradona, der serbische
Filmemacher Emir Kosturica, der linke bolivianische
Präsidentschaftskandidat Evo Morales und die US-Kriegsgegnerin
Cindy Sheehan. Zeitgleich rief der argentinische
Gewerkschaftsdachverband CTA zu einem landesweiten Streik auf.
Rund 10000 Polizisten und Soldaten riegelten das Zentrum von
Mar del Plata ab. Es war der größte Militäreinsatz seit dem
Falkland-Krieg 1982.
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